Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse des Montessori-Gymnasiums Leibniz in Düsseldorf – der einzigen Schule, an der Griechisch systematisch als zweite Fremdsprache im Vormittagsunterricht unterrichtet wird – unternahmen eine außergewöhnliche Bildungsreise nach Ioannina.
Die Initiative ging von Frau Alexia Myriouni aus, die seit drei Jahrzehnten an der Schule tätig ist und mit großem persönlichen Engagement zum Erfolg dieser Reise beitrug.
Dank der herzlichen Aufnahme und großzügigen Unterstützung Seiner Eminenz, des Metropoliten von Ioannina, Herrn Maximos, wurden die Schüler in den Räumlichkeiten der Kinder-Tagesstätten (KDAP) von Ioannina untergebracht.
In der Stadt Ioannina arbeiteten die Schüler eng mit dem Zografio-Gymnasium zusammen und nahmen an gemeinsamen Aktivitäten teil, die wertvolle Erfahrungen und neue Freundschaften brachten.
Sie besuchten Unterrichtsstunden, beteiligten sich an kreativen Workshops mit Recyclingmaterialien, tauschten Ideen aus und arbeiteten in Gruppen an Projekten, die ihr Umweltbewusstsein stärkten.
Die Zusammenarbeit der beiden Schulen zeigte, wie fruchtbar der Austausch sein kann, wenn sich Kultur, Bildung und jugendliche Kreativität verbinden.
Der Gegenbesuch der Schüler aus Ioannina in Düsseldorf im Frühjahr 2026 soll diesen Austausch fortsetzen und die entstandenen Verbindungen weiter vertiefen.
Das Programm bot vielfältige Erfahrungen, die Lernen, Tradition und Kultur miteinander verbanden.
Die Reise begann mit einem Besuch der Verwaltung des Pamvotida-Sees auf der Insel, wo die Schüler über die Bedeutung des Schutzes dieses einzigartigen Ökosystems informiert wurden.
Durch Präsentationen und praktische Aktivitäten lernten sie den Reichtum der Biodiversität und den Wert des ökologischen Gleichgewichts kennen und verstanden, was ökologische Verantwortung in der Praxis bedeutet.
Die Route führte weiter in die malerischen Zagori-Dörfer, mit dem ersten Halt an der Kokoris-Brücke und im Dorf Kipoi (Bagia), gefolgt von Vitsa, Dilofo und Monodendri.
In Monodendri besuchten sie das Kloster der Heiligen Paraskevi, das am Rand der Vikos-Schlucht erbaut ist – ein Ort mit beeindruckender Aussicht, der Anlass bot, über die historische und spirituelle Bedeutung des Klosters zu sprechen.
Anschließend lernten die Schüler die bedeutende Arbeit der Rizarios-Handwerksschule kennen.
Sie besichtigten die Werkstätten, sahen Beispiele lokaler Kunst und traditioneller Handwerkskunst und erkannten die Bedeutung der Bewahrung und Förderung des kulturellen Erbes.
Eine besondere Note erhielt die Reise durch den Geburtstag von Alexandros, einem beliebten Schüler mit Wurzeln in Filippiada.
Die Überraschung wurde perfekt, als seine Großeltern persönlich anreisten, um diesen Moment der Freude mit Schülern und Lehrern zu teilen.
Am Samstag besuchten die Schüler die Perama-Höhle, ein einzigartiges geologisches Naturwunder, das große Begeisterung auslöste.
Danach nahmen sie an einer Umweltaktion im Recycling-Park von Ioannina teil, wo sie durch interaktive Aktivitäten ein tieferes Bewusstsein für nachhaltiges Verhalten entwickelten.
Zu den bewegendsten Momenten der Reise gehörte, als die Schüler streunende Tiere fütterten – eine einfache, aber herzliche Geste, durch die sie Respekt und Fürsorge für jedes Lebewesen erfuhren.
Diese Erfahrung förderte nicht nur das Mitgefühl gegenüber Tieren, sondern auch das Verantwortungsgefühl gegenüber Gesellschaft und Umwelt – eine Lektion fürs Leben, die sie als bewusste und mitfühlende Bürger begleiten wird.
Ein historischer Spaziergang durch die Altstadt und die Burg von Ioannina ließ die Geschichte durch Mauern, Gassen und Denkmäler lebendig werden.
Anlässlich des Internationalen Museumstages besuchten die Schüler das Byzantinische Museum, das Städtische Volkskundemuseum, das Silbermuseum und das Zentrum für traditionelle Handwerkskunst von Ioannina, wo sie die kulturelle Vielfalt der Region hautnah erlebten.
Auch die archäologische Stätte von Nikopolis stand auf dem Programm – ein Ort voller Geschichte, mit Überresten der römischen und frühchristlichen Epoche wie Stadtmauern, Theater, Odeon, Aquädukten, Thermen und Villen.
Ein weiterer Höhepunkt war die Begegnung mit der Autorin Sophia Grammozi-Sopiki, die die Schüler inspirierte, ihre kreative Schreibkunst zu entfalten.
Besonders freudig war auch das zufällige Wiedersehen im Schloss mit Natasa Teliopoulou, die einst ihr Praktikum an der Schule absolviert hatte – ein unerwarteter, herzerwärmender Moment.
Im Koulionasios-Workshop endete die Erfahrung buchstäblich „süß“ – mit einem traditionellen Baklava aus Ioannina, Symbol der griechischen Gastfreundschaft.
Im Silberschmiede-Atelier erlebten die Schüler hautnah, wie traditionelle Handwerkskunst auf moderne Kreativität trifft, und erfuhren die Freude des handwerklichen Schaffens.
Ein weiterer bedeutender Halt war das Inselchen des Pamvotida-Sees, bekannt als Insel des Ali Pascha.
Dort besuchten sie das Museum des Ali Pascha im Kloster des Heiligen Panteleimon und entdeckten anhand seltener Exponate die Geschichte jener Zeit.
Besonderer Dank gilt dem Sammler Fotis Rapakousis, dessen Arbeit dieses kulturelle Erbe für die Stadt lebendig hält.
Auch die Jüdische Synagoge von Ioannina, Kehila Kedosha Yashan, wurde besucht – ein Denkmal der romaniotischen Tradition und des jahrhundertealten jüdischen Lebens in der Region.
Die Schüler erfuhren von der tragischen Geschichte der Gemeinde im Zweiten Weltkrieg und gedachten des verstorbenen Bürgermeisters Moses Elisaf, der mit Hingabe die multikulturelle Identität der Stadt bewahrte.
Ein weiterer offizieller Programmpunkt war der Besuch bei der Region Epirus, wo die stellvertretende Regionalgouverneurin Agni Nakou und der stellvertretende Gouverneur Konstantinos Siaravas die Gruppe herzlich empfingen.
Die Schüler erhielten Einblicke in die Verwaltungsstruktur, die wirtschaftlichen Schwerpunkte, den Tourismus und die Entwicklungsprojekte der Region.
Die Reise endete in Preveza, wo die Schüler gemeinsam mit Frau Myriouni und den begleitenden Lehrkräften durch die malerischen Gassen der Stadt spazierten und den archäologischen Ort von Nikopolis erkundeten – ein unvergesslicher Abschluss einer ereignisreichen Bildungsreise.
Die Studienfahrt nach Ioannina war eine Reise voller Lernen, Kultur und Begegnung – sie verband Bildung mit Tradition, Natur mit Geschichte, Erinnerung mit Kreativität.
Vor allem aber zeigte sie die Kraft der Zusammenarbeit zwischen dem Montessori-Gymnasium Leibniz in Düsseldorf und dem Zografio-Gymnasium Ioanninon, die den Schülerinnen und Schülern bleibende Erfahrungen und Freundschaften schenkte.
